Porträt von Prof. Dr. Norbert Finzsch

Der Meyer-Struckmann-Preis, der im Jahr 2017 für Nordamerikastudien ausgeschrieben worden war, ging an Historiker Prof. Dr. Norbert Finzsch. Norbert Finzsch erhält den Preis für sein über sein Gebiet hinaus weit beachtetes wissenschaftliches Gesamtwerk, in der er sich zeitlebens unterdrückten, ausgegrenzten und diskriminierten Gruppen gewidmet hat: Arbeiter/innen, Strafgefangenen, African Americans, Chinese Americans, Frauen, Schwulen, Lesben, Queers und Transgenders, indigenen kolonisierten Gruppen.

Prof. Dr. Norbert Finzsch

Finzsch wurde 1951 in Köln geboren und studierte dort Germanistik und Geschichte. 1977 legte er das Staatsexamen ab, die Promotion erfolgte 1980. Von 1981 bis 1988 war Finzsch wissenschaftlicher Assistent an der Universität zu Köln. 1988 habilitierte er sich mit einer Arbeit über die Sozialgeschichte des Rheinlandes im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Nach Jahren in Berkeley, Kalifornien, Washington DC und Hamburg war er seit 2001 Professor für Angloamerikanische Geschichte an der Universität zu Köln. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören die Geschichte der USA sowie seit 2001 auch die Geschichte Australiens.

Begründung der Jury

Als Wissenschaftler, der von der marxistischen Theorie, von der foucaultschen Diskursanalyse sowie der ›queer‹ Kritik geprägt wurde, stellt er die Materialität des Körpers ins Zentrum seiner Forschung. »Norbert Finzsch versteht sich als ein Sozialhistoriker, der keine Trennungslinie zwischen Sozialgeschichte und Kulturgeschichte zieht. Wie der ›ganze Mensch lebt‹, ist für ihn Kultur und damit immer Bestandteil seines sozialgeschichtlichen Forschungsinteresses«, so Prof. Dr. Susan Winnett, Mitglied der Jury.