Porträt von Prof. Dr. Dr. Chrysostomos Mantzavinos

»Mit der Auszeichnung würdigt die Meyer-Struckmann-Stiftung Chrysostomos Mantzavinos' herausragende Beiträge zur Erforschung von Institutionen und ihrer Bedeutung für gesellschaftliche und wissenschaftliche Entwicklungsprozesse. Mantzavinos zeigt mit seiner theorie-geleiteten und gleichzeitig anwendungsorientierten Perspektive, wie institutionelle Strukturen soziale und politische Stabilität ermöglichen, aber auch selbst flexibel auf gesellschaftliche Veränderungsprozesse reagieren und sich an neue Herausforderungen anpassen.«

Prof. Dr. Dr. Chrysostomos Mantzavinos

C. Mantzavinos ist Professor für Philosophie an der Universität Athen. Er ist ordentliches Mitglied der Academia Europaea – The Academy of Europe, der European Academy of Sciences und der Académie Internationale de Philosophie des Sciences (AIPS). Weiter ist er Correspondent Etranger am Centre de Philosophie Contemporaine an der Sorbonne.

Chrysostomos Mantzavinos ist der Autor von Wettbewerbstheorie (Berlin, 1994), Individuals, Institutions, and Markets (Cambridge University Press, 2001), Naturalistic Hermeneutics (Cambridge University Press, 2005), Explanatory Pluralism (Cambridge University Press, 2016), A Dialogue on Explanation (Springer, 2018), A Dialogue on Institutions (Springer, 2021), The Constitution of Science (Cambridge University Press, 2024) und der Herausgeber von Philosophy of the Social Sciences (Cambridge University Press, 2009).

Vor seiner derzeitigen Tätigkeit in Athen hatte er den Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre und Philosophie an der Universität Witten/Herdecke inne (2004–2011). Außerdem lehrte er in Freiburg, Bayreuth und Stanford und war Senior Research Fellow am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn. Er war Visiting Scholar an der Harvard University (zweimal) sowie an der Maison des Sciences de l’Homme in Paris (zweimal) und Visiting Fellow am University Center for Human Values in Princeton. Außerdem war Mantzavinos Fellow am THE NEW INSTITUTE in Hamburg, Mercator-Fellow am DFG-Graduiertenkolleg »The Ethics and Epistemology of Science« an den Universitäten Bielefeld/Leibniz-Universität Hannover (2020–2024) und lehrte zudem an der Hertie School of Governance in Berlin. Er verfügt über zwei Promotionen, in den Fächern Wirtschaftswissenschaften und Philosophie, beide von der Universität Tübingen.

Begründung der Jury

Meyer-Struckmann-Preis 2026 geht an Chrysostomos Mantzavinos

Auszeichnung für herausragende Forschung zur institutionellen Resilienz

Die Philosophische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf verleiht den Meyer-Struckmann-Preis 2026 an den Philosophen und Wissenschaftstheoretiker Prof. Dr. Dr. Chrysostomos Mantzavinos. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird in diesem Jahr für herausragende Forschungsleistungen im Themenfeld »Institutionelle Resilienz« vergeben.

Institutionelle Resilienz umfasst die Fähigkeit gesellschaftlicher Institutionen, in Zeiten gesellschaftlichen Wandels mit ihrer Infragestellung umzugehen, sich anzupassen und funktionsfähig zu bleiben.

Mantzavinos ist Professor für Philosophie an der Nationalen und Kapodistrischen Universität Athen. In seinem interdisziplinären Werk verbindet er Philosophie, Ökonomie und Sozialwissenschaften. Im Zentrum seiner Forschung stehen unter anderem die Entstehung und Funktionsweise von Institutionen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern – darunter auch der Institutionen der Wissenschaft. In seinen Untersuchungen erfährt das Verhältnis von Wissen, Werten und sich wandelnden gesellschaftlichen Strukturen besondere Aufmerksamkeit.

Mit der Auszeichnung würdigt die Meyer-Struckmann-Stiftung seine herausragenden Beiträge zur Erforschung von Institutionen und ihrer Bedeutung für gesellschaftliche und wissenschaftliche Entwicklungsprozesse. Mantzavinos zeigt mit seiner theorie-geleiteten und gleichzeitig anwendungsorientierten Perspektive, wie institutionelle Strukturen soziale und politische Stabilität ermöglichen, aber auch selbst flexibel auf gesellschaftliche Veränderungsprozesse reagieren und sich an neue Herausforderungen anpassen. Damit leistet seine Forschung einen wichtigen Beitrag zum Verständnis institutioneller Resilienz über die Grenzen einzelner Disziplinen hinweg.

Mantzavinos war zuvor unter anderem Professor für Volkswirtschaftslehre und Philosophie an der Universität Witten/Herdecke und Senior Research Fellow am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn. Er ist Mitglied der Academia Europaea und der European Academy of Sciences.

Die Preisverleihung findet im Herbst 2026 im Rahmen eines Festaktes an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf statt.

Ausgewählte Publikationen

Bücher

    The Constitution of Science, Cambridge: Cambridge University Press, 2024.

    A Dialogue on Institutions, Springer Nature, 2021.

    A Dialogue on Explanation, Springer Nature, 2018.

    Explanatory Pluralism, Cambridge: Cambridge University Press, 2016.

    Chinese Translation, China Science Publishing & Media Ltd. (Science Press), forthcoming, 2026.

    Naturalistic Hermeneutics, Cambridge: Cambridge University Press, 2005. Naturalistische Hermeneutik, Tübingen: Mohr Siebeck (Series: Die Einheit der Gesellschaftswissenschaften), 2006.

    Herméneutique Naturaliste, Presses Universitaires Paris Sorbonne, 2012.

    Individuals, Institutions, and Markets, Cambridge: Cambridge University Press, (Series: The Political Economy of Institutions and Decisions), 2001.

    Individuen, Institutionen und Märkte, Tübingen: Mohr Siebeck, (Series: Die Einheit der Gesellschaftswissenschaften), 2007.

    Individus, Institutions et Marchés, Presses Universitaires de France, 2008.

    Chinese Translation, Chnagchun Publishing House, 2009.

    Wettbewerbstheorie (Theory of Competition), Berlin: Duncker & Humblot, 1994.

Aufsätze

    Erklären und Interpretieren, in: Einheit und Vielfalt der Wissenschaften, (eds) Carrier, Martin and Blöbaum, Bernd, Leiden and Boston: Brill, 2025, pp. 177-205.

    Science, Institutions, and Values, in: European Journal of Philosophy, vol. 29, 2021, pp. 379-392.

    Institutions and Scientific Progress, in: Philosophy of the Social Sciences, vol. 51, 2021 pp.243-265.

    A Dialogue on Republicanism, in: Revue de Philosophie Économique, vol. 22, 2021, pp. 193-236.

    Hermeneutik als rationale Methodenlehre der Interpretation, in: Zeitschrift für philosophische Forschung, 2019, vol. 73, pp. 222-243.

    Text Interpretation as a Scientific Activity, in: Journal for General Philosophy of Science, vol. 45, 2014, pp. 45-58.

    Explanatory Games, in: The Journal of Philosophy, vol. CX, Nov. 2013, pp. 606-632.

    Federalism and Individual Liberty, in: Constitutional Political Economy, vol. 21, 2010, pp. 101-118.

    Das institutionenökonomische-evolutionäre Wettbewerbsleitbild, in: Jahrbücher von Nationalökonomie und Statistik, vol. 225, 2005, pp. 205-224.

    (with Douglass C. North and Syed, Shariq): Learning, Institutions and Economic Performance, in: Perspectives on Politics, vol. 2. No 1, 2004, pp. 75-84.