Prof. Dr. Ulli Seegers
Weiterlesen →Wolfgang Ernst war von April 2003 bis Oktober 2024 Ordentlicher Professor für Medientheorien im von ihm mitbegründeten Fachgebiet Medienwissenschaft an der Humboldt Universität zu Berlin. Sein akademisches Studium galt den Fächern Geschichte, Theorie und Didaktik der Geschichte, Lateinische Philologie sowie ansatzweise der Klassischen Archäologie an Universitäten in Köln, London und Bochum. Er war nach seiner Promotion zum Historiker (mit einer Dissertation über museale Antikenrezeption) zunächst Forschungsstipendiat am Deutschen Historischen Institut in Rom, dann am Forschungsschwerpunkt Literatur in Berlin, und von 1995-1999 wissenschaftlicher Mitarbeiter für »Theorie und Archäologie der Medien im Kunstkontext« an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Er bekleidete diverse Gastprofessuren: »Geschichte und Theorie künstlicher Welten« an der Bauhaus-Universität Weimar; »Theorie, Geschichte und Ästhetik der Medien« an der Ruhr-Universität Bochum; »Medienwissenschaft« an der Universität Paderborn sowie »Ästhetik und Geschichte der Medien« an der Humboldt-Universität zu Berlin; dort habilitierte er sich mit seiner Schrift Im Namen von Geschichte. Sammeln — Speichern — Er/zählen. Infrastrukturelle Konfigurationen des deutschen Gedächtnisses (München 2003) und erhielt eine venia legendi für Kulturwissenschaft und Medienwissenschaft.
Forschungsschwerpunkte: Radikale Medienarchäologie als Methode techniknaher Medienanalyse; Speicher- und Archivtheorie; kulturelle Übertragungstechniken; Geschichts- und Narrativitätskritik; Ästhetik, Theorie und Praxis zeitbasierter und -kritischer Medienprozesse; Zeitwe(i)sen technischer Medien; der Begriff des »Sonischen«; Ausdrucksweisen technologischer Gefüge (Technológos-Hypothese); Bestimmungen von Wesenskern und Transformation der Universität in der Epoche beschleunigter »Digitalisierung«
PD Dr. Kathrin Dreckmann
»Spätestens von da an durchzieht ein Leitmotiv das umfangreiche und verzweigte wissenschaftliche Lebenswerk von Wolfgang Ernst, nämlich die neue Rolle der Zeitdimension im Kontext von Speichern und Erinnern. Dieser Ansatz ist dort besonders bedeutsam, wo traditionelle Gedächtniskonzepte zu digitalen werden, ein Prozess, der durch akustische Medien eingeleitet wurde.«
Prof. Dr. Ulli Seegers
Weiterlesen →Prof. Dr. Anja Steinbeck
Weiterlesen →Professor Dr. Justus Haucap
Weiterlesen →Das Gesetz des Gedächtnisses. Medien und Archive am Ende (des 20. Jahrhunderts), Berlin 2007
Chronopoetik. Zeitweisen und Zeitgaben technischer Medien; Gleichursprünglichkeit. Zeitwesen und Zeitgegebenheit technischer Medien (Berlin 2012)
Signale aus der Vergangenheit. Eine kleine Geschichtskritik (München 2013)
Im Medium erklingt die Zeit. Technologische Tempor(e)alitäten und das Sonische als ihre privilegierte Erkenntnisform (Berlin 2015)
Digital Memory and the Archive (Minneapolis 2013)
Chronopoetics. The temporal being and operativity of technological media (London / New York 2016)
Sonic Time Machines. Explicit Sound, Sirenic Voices and Implicit Sonicity in Terms of Media Knowledge (Amsterdam 2016)
The Delayed Present. Media-induced interventions into contempor(e)alities (2017)
Technológos in Being. Radical Media Archaeology, and the Computational Machine (New York / London) 2021
Buchreihe (mit Friedrich Kittler): Berliner Programm einer Medienwissenschaft, Berlin (Kulturverlag Kadmos), 2006 ff.